Ratgeber

WDVS: Fassadendämmung mit Putz — Aufbau, Vorteile & Förderung

Was ein Wärmedämmverbundsystem ausmacht, wie es Schicht für Schicht aufgebaut ist, welche Dämmstoffe es gibt — und wann es sich lohnt.

Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) verbindet Dämmung und Putz zu einer fertigen, wetterfesten Fassade. Es senkt dauerhaft die Heizkosten, schützt die Bausubstanz und wertet das Gebäude auf. Hier erfahren Sie, wie es aufgebaut ist und worauf es ankommt.

Was ist ein WDVS?

Beim WDVS wird eine Dämmschicht direkt auf die Außenwand aufgebracht und anschließend mit einem mehrlagigen Putzaufbau überzogen. Das Ergebnis ist eine durchgehend gedämmte Fassade ohne Wärmebrücken — anders als bei einem reinen Außenputz, der nur schützt, aber nicht dämmt.

Der Aufbau — Schicht für Schicht

  • Untergrund & Kleber: Die Dämmplatten werden verklebt und je nach Untergrund zusätzlich verdübelt.
  • Dämmschicht: der eigentliche Wärmeschutz (Dämmstoff und Stärke nach Bedarf).
  • Armierungsschicht: Unterputz mit eingebettetem Gewebe — verhindert Risse und gibt Stabilität.
  • Oberputz: die sichtbare, wetterfeste Schicht in gewünschter Struktur und Farbe.

💡 Wichtig: Zwischen den Schichten muss der Aufbau jeweils trocknen. Deshalb kalkulieren wir Trocknungszeiten getrennt von den reinen Arbeitstagen ein: beim WDVS nach Armierung und Oberputz je rund 5 Tage, beim Außenputz zusätzlich rund 15 Tage Standzeit für den Unterputz.

Welche Dämmstoffe gibt es?

DämmstoffEigenschaften
EPS (Styropor)günstig, leicht, weit verbreitet — gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Mineralwollenicht brennbar, guter Schall- und Brandschutz, diffusionsoffen
Holzfaserökologisch, sehr guter sommerlicher Hitzeschutz

Welcher Dämmstoff und welche Dämmstärke sinnvoll sind, hängt von Gebäude, Anforderungen und Budget ab — und von den Vorgaben aktueller Förderprogramme.

Was bringt ein WDVS?

  • Niedrigere Heizkosten: weniger Wärmeverlust über die Fassade — spürbar Jahr für Jahr.
  • Höherer Gebäudewert: eine gedämmte, frisch verputzte Fassade wertet die Immobilie auf.
  • Mehr Wohnkomfort: wärmere Innenwände, weniger Zugluft, besseres Raumklima.
  • Schutz vor Schimmel: warme Wandoberflächen verringern das Risiko von Tauwasser.

Was kostet es, ein Haus bzw. die Fassade zu dämmen?

Als grobe Orientierung liegt ein WDVS komplett bei ca. 130–143 €/m² netto (zzgl. MwSt.) — inklusive Dämmung und vollständigem Putzaufbau, abhängig von Dämmstoff, Dämmstärke und System.

Rechenbeispiel: Wer eine Fassade mit rund 120 m² dämmen lässt, liegt grob bei 18.400–20.250 € netto (inkl. Kleinmengenzuschlag, der erst ab 150 m² entfällt; Gerüst bauseits). Die genaue Summe hängt von Fläche, Untergrund und gewähltem Dämmstoff ab — und ein Teil ist über Förderung oft erstattungsfähig (siehe unten). Eine ausführliche Einordnung finden Sie im Ratgeber „Was kostet Verputzen?". Ihren konkreten Richtpreis fürs Haus- oder Fassade-Dämmen berechnen Sie in 60 Sekunden im Kalkulator.

Gibt es Förderung?

Energetische Sanierungen wie ein WDVS sind häufig förderfähig — etwa über Programme von KfW und BAFA. Die Konditionen (Zuschüsse, Kredite, Voraussetzungen) ändern sich allerdings regelmäßig und sind oft an die Begleitung durch eine Energieberatung gebunden.

💡 Tipp: Prüfen Sie vor Projektstart die aktuellen Förderprogramme oder ziehen Sie eine Energieberatung hinzu — so sichern Sie sich mögliche Zuschüsse. Die genauen Bedingungen veröffentlichen KfW und BAFA fortlaufend.

Wann lohnt sich ein WDVS?

Besonders sinnvoll ist ein WDVS, wenn die Fassade ohnehin saniert oder neu verputzt wird, bei ungedämmten Altbauten mit hohen Heizkosten und bei Neubauten mit Effizienzanspruch. Ob es sich für Ihr Gebäude rechnet, klären wir gemeinsam — sehen Sie sich gerne unsere Leistungen und Referenzprojekte an.

WDVS für Ihr Gebäude? — wir kalkulieren ehrlich.

Richtpreis berechnen